Zwei Artikel von heute, die sich genau mit diesem Thema beschäftigen und die ich hier einfach mal unkommentiert zum Lesen empfehle.
Ernst Ulrich von Weizsäcker fordert in einem Essay mit dem Titel “Fortschritt ja, aber bitte grün” dazu auf, die knapper werdenden Ressourcen nicht nur effizienter zu nutzen, sondern auch einen Sinn für Genügsamkeit zu entwickeln.
Passend dazu definiert Verkehrsforscher Stephan Rammler in diesem Interview den “Individualverkehr” für das Post-Ölzeitalter neu: Autos gibt es weiter, sie müssen aber nicht mehr Eigentum der Fahrer sein.
Obwohl die Hauptfunktion von lend.ly so einfach ist – Verliehenes merken – gibt es alleine dafür ganz verschiedene Anwendungsfälle. Bisher hab ich folgende für mich entdeckt:
- Was ich bald wieder zurück haben möchte
DVDs, Bücher, etc. bei denen die Leute daran erinnert werden sollen, dass sie gemerkt sind. Es ist auch ein Buch darunter, dass ich selbst nur ausgeliehen und dann weiterverliehen habe.
- Was mir jemand schuldet
Geld, das ich einem Freund beim Ausgehen geliehen habe. Und 20 Mark, die mir jemand seit vielen Jahren schuldet!
- Was ich auf unbestimmte Zeit verliehen habe
Einen Wohnungsschlüssel, den ich extern deponiert habe, falls ich meinen mal verliere. Einen Drucker, der in der Firma steht. Einen alten iPod, den mein Bruder hat.
- Was ich irgendwo vergessen habe
Eine Jacke, die ich mal im Auto eines Freundes vergessen hab.
Habt ihr noch andere Anwendungsfälle?
Konkret habe ich derzeit 23 verliehene Sachen gemerkt. Mich würde interessieren, wie viele Sachen die Menschen im Schnitt verliehen haben. Ich könnte wetten, dass jeder viel mehr als eine Sache verliehen hat – auch wenn einem nicht immer gleich alles auf Anhieb einfällt…
Aus dem schwarzen Südwesten Deutschlands heraus tritt lend.ly an, die Welt mit selbstbestimmter Solidarität zu bereichern. Durch die digitale Unterstützung von Privatverleih gibt die Online-Plattform jedem Internet-Nutzer eine persönliche Alternative zu Ego-Kapitalismus, Konsumdruck und Wegwerfmentalität an die Hand.
lend.ly macht das Teilen von realen Gegenständen übersichtlicher, einfacher und gleichzeitig sicherer. Die neue Online-Plattform befreit immer mehr Menschen von ihren Sorgen beim Privatverleih. Dank Übersicht und Kontrolle über verliehene Sachen vermeidet lend.ly Verlustfrust bei seinen Nutzern. Zudem bietet es die Möglichkeit, alle Freunde und Bekannten auf einmal mit einem Leihwunsch zu erreichen. Das senkt die Hürden beim Teilen realer Gegenstände und reiht Leihen ganz unkompliziert neben Neu- und Gebrauchtkauf ein.
Mit einer simplen Funktion ebnet lend.ly den Weg in eine sorgenbefreite solidarische Welt: verliehene Sachen in Sekunden merken. Nach dem Eintragen seiner verliehenen Sachen wird jeder Nutzer einmal im Monat daran erinnert, behält den Überblick darüber und kann sie zurückfordern, wann immer er möchte. Im Handumdrehen und ohne Anmeldung bekommen lend.ly-Nutzer ihren Kopf frei und gleichzeitig ihre verliehenen Sachen in den Griff. Kostenlos.
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lend.ly Screenshot - Anzahl der bisher erhaltene Dankeschöns
Seit dem letzten Update werden rechts neben der Anzahl der bisher verliehenen Sachen auch die Anzahl der bisher erhaltenen Dankeschöns für jeden Benutzer auf lend.ly angezeigt. Die verliehenen Sachen sind blau hinterlegt, die Anzahl der Dankeschöns gelb.
Dankeschöns können auf lend.ly mit der “Dankeschön”-Funktion bei jedem Eintrag in der Liste der ausgeliehenen Sachen verschickt werden. Sie bieten damit die Möglichkeit, sich bei Menschen zu bedanken, von denen man sich etwas ausgeliehen hat, indem man dem anderen eine persönliche Nachricht schickt oder einen Gutschein zukommen lässt.
In einem Essay auf Spiegel Online belegt Stefan Schultz mit interessanten Fakten die Notwendigkeit, natürliche Ressourcen effizienter zu nutzen. Eben nicht nur, um die Umwelt an sich zu schonen, sondern insbesondere um überhaupt die Menschheit versorgen zu können:
In seinem “Bericht zur Lage der Welt 2010” schreibt das [Worldwatch] Institut, dass ein durchschnittlicher Europäer 43 Kilogramm Materialien wie Metalle, Lebensmittel oder Öl verbraucht – täglich. Ein Amerikaner bringe es gar auf 88 Kilogramm. Würden alle Erdenbewohner wie US-Bürger leben – der Planet könnte gerade 1,4 Milliarden Leute ernähren. Der Rest der gut sieben Milliarden Menschen auf der Erde müsste verhungern.
Stefan Schultz motiviert und beschreibt, dass große und kleine IT-Unternehmen substanziell zur Nachhaltigkeit beitragen können und beitragen. Er rechnet vor, wie durch die Dematerialisierung – im Wesentlichen Medien-Digitalisierung – Energie und CO2 eingspart werden.
Mit der Aussage und seinen Beispielen hat er prinzipiell recht. lend.ly geht dabei aber noch einen Schritt weiter. (weiterlesen…)